Dominik Englisch, Dirk Holländer und Michael Lister
Vorwort
Als Herausgeber dieses Journals wollen wir uns zunächst für die überaus positiven Rückmeldungen bedanken die wir nach dem Erscheinen der ersten Ausgabe erhalten haben. Angesichts dieser aufmunternden Resonanz fällt es unserem Team und uns sehr leicht, die herausfordernde Arbeit an dem Journal weiter fortzusetzen.
In der Gemeinschaft der Forschenden wird seit Langem kontrovers diskutiert, welcher Weg hinsichtlich Veröffentlichungen zukünftig eingeschlagen werden soll. Wie relevant sind Beiträge, in denen der extrem komplexe und oft ungeheuer anspruchsvolle Einsatz von Modellen, Methoden oder Instrumenten im Vordergrund steht, um ein Problem zu lösen, das in der realen Welt niemand hat? Sollten stattdessen besser Fragestellungen bearbeitet werden, deren Lösung mithilfe wissenschaftlicher Methoden einen größtmöglichen gesellschaftlichen Nutzen stiftet? Unternehmen und deren Management haben Letzteres bereits mehrheitlich eingefordert.
Der von Helmut Schneider, Berlin, geprägte Begriff des „Real World Impact“ soll deshalb auch dieses Journal prägen. Wir wollen Forschungsergebnisse präsentieren, die immer auch einen Nutzen in der realen Welt stiften – sei es für die Gesellschaft insgesamt, für die Politik, die Unternehmen oder deren Kunden. Keineswegs darf dabei der wissenschaftliche Anspruch verloren gehen. Sehr wohl müssen die hier veröffentlichten Aufsätze entsprechenden Standards gehorchen und hohe Qualität versprechen. Allerdings werden Beiträge ohne jedweden Nutzen für unsere Gesellschaft in diesem Journal nicht zu finden sein.
Um dieses spezielle Profil zu erfüllen, haben wir ein grundständiges Scoringmodell für unser Gutachterteam entwickelt. In den ersten intensiven Diskussionen hat sich bereits gezeigt, dass unser Modell noch viel Entwicklungspotenzial aufweist. Wir wollen dieses Modell in gemeinsamen Gesprächen mit unseren Autorinnen und Autoren sowie unseren Leserinnen und Lesern ständig weiterentwickeln und optimieren. Im besten Fall erreicht unser Journal auf diese Weise eine Qualität, die derjenigen der zurzeit bekannten, äußerst hochrangigen Journals entspricht. Gleichzeitig wird mit der Fokussierung auf den gesellschaftlichen Nutzen ein besonderer Aspekt betont.
Dazu brauchen wir Ihre Hilfe. Wir appellieren an Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich echten Fragestellungen der realen Welt zu widmen. Wenden Sie wissenschaftliche Methoden an, um diese Probleme zu lösen, und präsentieren Sie anderen Ihre Ergebnisse. Wenn uns ein solcher Austausch auf hohem Niveau gelingt, können wir mit diesem Journal unserer Welt den ein oder anderen positiven Impuls geben, um unsere Gesellschaft voranzutreiben. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag.
Mit der aktuellen Ausgabe decken wir ein breites Spektrum unterschiedlicher Themen des Bankmanagements ab. Andree Heseler prüft, ob KI-Modelle bessere Ergebnisse als klassische Scoringverfahren liefern. Dirk Holländer zeigt, wie KI-gesteuerte Zinsprognosen zur Optimierung des Zinsmanagements beitragen können. Marcel Horn analysiert die Implikationen aus den hinter dem SREP 2024 stehenden qualitativen Anforderungen. Michael Lister vergleicht alternative Risikomaße. Gerrit Roters präsentiert Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zum Einfluss der Marktliquidität auf die Informationseffizienz der Märkte. Jan Niklas Terhalle untersucht die Determinanten der Attraktivität von Finanzprodukten aus Kundensicht. Stefan Trost und Christian Buddendick zeigen in ihrem bemerkenswerten Beitrag auf, wie moderne Kostenrechnung in Banken funktionieren kann.
Wir hoffen, dass Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, alle Beiträge gefallen. Wenn es uns gelingt, dass Sie aus der Auseinandersetzung mit den Aufsätzen einen Nutzen für sich oder Ihr Institut ziehen können, würde uns das sehr freuen. Wir wünschen Ihnen eine spannende und interessante Lektüre der aktuellen Ausgabe.